Bruderschaft II, § 48

Urusvati befindet sich in ständiger Verbindung mit Uns. Es ist nicht leicht, die Ströme angespannter Energien zu empfangen, während man sich im physischen Körper und im irdischen Dasein aufhält. Wir erachten solch eine Übereinstimmung als eine ungewöhnliche Errungenschaft. Man muss imstande sein, sich den Eigenheiten der feinstofflichen Energien anzupassen. Bei Träumen können sich die Menschen davon überzeugen, dass für inhaltsreichste Traumgeschehnisse keine Zeit erforderlich ist. Augenblicklich lassen sich die kompliziertesten Handlungen verstehen und lange Gespräche führen. Solche Eigenheiten sehr feinstofflicher Wahrnehmungen sind auch für die Verbindungen mit Uns charakteristisch. Der Mensch versteht komplizierte Botschaften, sogar ohne zu wissen, in welcher Sprache sie gegeben wurden. Der Gedanke erreicht die entsprechenden Zentren und offenbart den inneren Gehalt des Gespräches. Auf diese Weise verkehrt man auch im feinstofflichen Körper. Doch zu solch einer Wahrnehmung muss man sich ebenfalls erziehen. Es ist unmöglich, dies ohne Bewusstseinserweiterung zu verstehen. Viele Fragen müssen ohne irdische Begrenzungen verstanden werden. Oft haben die Menschen nur ein einziges Detail bemerkt und es dann zu einem unanwendbaren Gesetz erhoben. Die Zentren des Menschen wurden sehr abstrakt verstanden. Ihre Bezeichnungen änderten sich im Lauf der Jahrtausende in den verschiedenen Sprachen. Einige bezeichnen den Kelch als himmlische Achse, aber dadurch ändert sich seine Funktion nicht. Andere sprechen von der Einwirkung der MUTTER DER WELT, doch ‘Shakti’ beinhaltet ihrem Wesen nach bereits die erhabene Bedeutung der uranfänglichen Energie. Zudem vergisst man die kollektive Tätigkeit der Zentren, die sich überaus individuell vollzieht. Natürlich, ebenso individuell ist auch die Transmutation der Zentren im feinstofflichen und im feurigen Körper. Sie bewahren ihr Wesen in allen Körpern, doch ihre Entwicklung wird davon abhängen, wie man das irdische Dasein durchschreitet. Die Muskeln sind scheinbar genügend wissenschaftlich erforscht worden, doch ihre Funktion hängt vom Charakter des Menschen ab. Die Tätigkeit jedes Körperteils vollzieht sich individuell. Die Art des Gehens ist von der psychischen Konstitution abhängig, und dadurch werden auch die Muskeln in einem der psychischen Eigenart entsprechenden Zusammenspiel arbeiten. Die Relativität eines Urteils äußert sich besonders prägnant im Urteil über die feinstofflichen Energien. Es ist unmöglich, eine bestimmte Anzahl von Lotos-Blütenblättern festzusetzen. Zudem wird sich jedes Blütenblatt vom anderen unterscheiden. Lasst uns die Vielgestaltigkeit des Weltenaufbaus nicht begrenzen. Gewebewachstum und Verzweigungen der Nerven, die höchst unerwartet auftreten, verleihen dem Organismus unverhofften Reichtum. Jede Beobachtung ist kostbar, doch seien wir mit Verallgemeinerungen sehr vorsichtig. Wir haben erfolgreich vieles erforscht, doch gerade die Erkenntnis hat Uns Vorsicht im Ausdruck gelehrt. Jeder Neophyt beeilt sich, das ihm zu Ohren Gekommene hinauszuschreien, ohne sich wegen der Folgen zu beunruhigen. Mit der Erkenntnis jedoch stellt sich auch die Entsprechung ein. Wir sind darum besorgt, wie das Verstehen des Weltengebäudes besser und leichter fassbar zu vermitteln wäre. Vor allem muss man die zeitlich überholten Aufspaltungen aufgeben.

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