Bruderschaft II, § 281

Urusvati weiß, von welch wesentlicher Bedeutung die Daseinsfreude ist. Sie ist nicht nur das beste Heilmittel, sondern auch eine herrliche Hilfe in der Verbindung mit Uns. Woher kommt dieses gute Gefühl, welches wir Daseinsfreude nennen? Warum ist solche Freude von Reichtum und Selbstgefälligkeit unabhängig? Sie kann inmitten größter Schwierigkeiten und ärgster Verfolgung entstehen. Inmitten von Spannungen ist solche Freude besonders wertvoll und sogar heilsam. Wir nennen sie deshalb Daseinsfreude, da sie nicht von persönlichen Umständen, Erfolgen und Vorteilen abhängt. Sie zeigt die Offenbarung allerhöchster Ströme, die die gesamte umgebende Atmosphäre mit erhabenem Gefühl durchdringen; eine andere Ursache zu solcher Freude kann es nicht geben. Kann man inmitten von Krankheit, Ungerechtigkeiten und Kränkungen Freude erwarten? Doch auch unter solchen Umständen vermögen Augen bisweilen zu leuchten, ein gesenktes Haupt sich zu heben und neue Kräfte herbeizuströmen. Vielleicht wird ein Mensch durch sie beginnen, sich des Lebens zu freuen, nicht seines irdischen Lebens, sondern des wirklichen Daseins. Welch starke Gedanken gelangen zu einem Menschen, der Daseinsfreude in sich fühlt! Um ihn herum wird die Atmosphäre gereinigt, sogar die Menschen in seiner Umgebung fühlen eine Erleichterung, und Wir lächeln von ferne und heißen die Verbesserung des Empfanges willkommen. Wir werden sogar dankbar sein, da jede Energieeinsparung das Wohlergehen bereits fördert. Jeder, der Erfolg haben möchte, sollte sich der Daseinsfreude erinnern. Jeder, der mit den besten Strömen Verbindung aufnehmen will, möge sich daran erinnern, auf welchem Wege man sich Uns nähern kann. Man muss keine besonderen wissenschaftlichen Grundlagen dieser Freude kennen, sie kommt über das Herz und ist voll und ganz real. In dieser Freude werden auch Rufe schneller erhört. Der Denker versammelte die Schüler manchmal zu einem Treffen, welches Er ‘Freudenfest’ nannte. Es wurden nur Quellwasser und Brot gereicht. Der Denker sprach: ‘Lasst uns die Freude nicht mit Wein und üppigem Essen beflecken, denn Freude übertrifft alles.’

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