Bruderschaft II, § 279

Urusvati weiß, wie schwer die Menschen die Vielfalt der Evolution annehmen. Sie sprechen, vor allem anderen, von einem einheitlichen Gesetz. Jeder erinnert sich derjenigen Teile des Weltalls, die seiner Erkenntnis zugänglich wurden. Hierbei werden viele Widersprüche gefunden, und die Menschen zögern nicht, dann irgendjemanden der Ungenauigkeit zu bezichtigen. Streit und Unvernunft entstehen zum größten Teil dadurch, dass man sich der Unbegrenztheit nicht bewusst wird. Irdischer Auffassung gemäß ist es schwer, sich einerseits einen unanfechtbaren Evolutionsplan, andererseits alle Verzweigungen dieses Gesetzes vorzustellen, und dennoch muss man sich an die kosmische Mannigfaltigkeit gewöhnen. Unseren Planeten mit seinen feinstofflichen Sphären können die unerwartetsten Wirkungen aus fernen Welten treffen. Man darf nicht annehmen, dass unser Sonnensystem isoliert sei, im Gegenteil, alle Welten befinden sich in feinsten Wechselwirkungen miteinander. Dergestalt ist das grundlegende Gesetz unerschütterlich, doch jeder Himmelskörper vermag in seinem Umkreis individuelle Besonderheiten zu schaffen. Auf der Erde können Repräsentanten weitest entfernter Evolution mit Menschen der sechsten Rasse zusammenleben. Auch lässt sich sehen, dass die Weltanschauungen von primitivem bis zu erleuchtetem Verständnis schwanken. Doch nicht nur in der offenbarten Natur lassen sich unvereinbare Extreme bemerken, noch deutlicher treten sie in der Feinstofflichen Welt hervor. Man muss sich vorstellen, wie Einwirkungen weitest entfernter Systeme hereinbrechen. Solche Wirkungen können Explosionen oder Wirbelstürmen gleichen. Sie verursachen damit eine eigene Art von Evolution, weshalb man sich die Feinstoffliche Welt nicht so vorstellen darf, als sei sie von toten Gesetzmäßigkeiten bestimmt. Auch in den höheren Sphären kann es Zusammenstöße psychischer Kräfte geben, und an solche Vorstellungen muss man sich gewöhnen. Nur ein klares Bewusstsein von der großen Mannigfaltigkeit vermag vor dem Verhängnis der Begrenzung zu schützen. Möge man sich zuerst in die Unbegrenztheit einfühlen, sodann durch ein Bewusstwerden der fernen Welten erstarken und erst dann zum Denken über die Vielfalt der Evolution gelangen. Der Denker vermochte das Weltall mit einem Gedanken zu erfassen, weshalb die Menschen sagten: ‘Es ist besser, sich mit Platon gemeinsam zu irren, als mit den Schlauköpfen zusammen zu verneinen.’ So lässt sich im Altertum beste Erkenntnis finden.

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