Bruderschaft II, § 22

Urusvati kann die unvergleichbar hohe Bedeutung des Herzens bestätigen. In den Wirkungen aller Zentren zeigt sich die Bedeutung des Herzens. Sogar Kundalini wird sich im Vergleich mit dem Herzen als irdisch erweisen. Die Bedeutung des Herzens wird nicht verstanden. Man hält es für den Mittelpunkt des Lebens, doch eine solche Definition allein ist unzureichend. Das Herz ist die Brücke zwischen den Welten. Dort, wo die gegenseitigen Berührungen der drei Welten besonders offen zutage treten, wird die Bedeutung des Herzens tief empfunden. In Unserer Gemeinschaft lebt die Verehrung des Herzens. Bei Uns kommen durch viele Jahrhunderte getrennte Persönlichkeiten zusammen. Es scheint, dass ihre Psychologie sehr unterschiedlich sein müsste, verändern sich doch in einem Abstand von drei Generationen die Denkmethoden völlig. Doch bei Unserer Zusammenarbeit lässt sich das nicht feststellen. Eine der Hauptursachen dafür wird das erweiterte Bewusstsein sein, doch auch das allein ist noch zu wenig; die Mitwirkung des Herzens ist erforderlich. Nur das Herz vermag durch viele Jahrhunderte getrennte Bewusstseine zu vereinen. Das Herz wird als Grundlage für alle höchst feinstofflichen Tätigkeiten erforderlich sein. Wenn die Gedankenübertragung auf Entfernung von den Menschen angenommen ist, wird man die Voraussetzung erklären müssen, die am Anfang solcher feinstofflichen Tätigkeit steht. Man wird sagen, es sei Harmonie notwendig, doch das legt noch nicht genau fest, welches Zentrum sich an der Tätigkeit beteiligen wird. Das Herz wird auch bei der Gedankenübertragung auf Entfernung die wesentliche treibende Kraft sein. Stimmt eure Herzen, wenn ihr Gedanken sendet, aber denkt daran, dass dem angespannten Herzen eine feurige Entzündung droht. Nur wer einen solchen, mit Worten nicht zu beschreibenden Brand erlitten hat, kann von dessen unsagbarer Gefahr wissen. Diese Qual besteht in erhabensten, heiligen Schmerzen. Sie entstehen als Folge aus der Unausgeglichenheit der Welten untereinander. Gerade daraus entstehen verschiedene Herzerkrankungen. Der Mensch will sich nicht um seinen Mittelpunkt sorgen, der in allen Welten sein feuriges Korn bewahrt. Ihr habt erfahren, dass es möglich ist, das innere Feuer gewaltsam zur Äußerung hervorzurufen. Ein solcher Eingriff ist durchaus möglich, doch sehr gefährlich, da solches Feuer mit dem räumlichen Feuer in Berührung kommen und unheilvolle Folgen zeitigen kann. Die Bedeutung des Herzens ist umso erhabener, als es in der Zukunft viele Apparate unnötig machen wird. Tatsächlich wird es in der neuen Epoche Menschen geben, welche sehr komplizierte Apparate durch sich selbst ersetzen werden. Jetzt erfindet man noch laufend Automaten, doch nach dem Fieber des mechanistischen Denkens wird man seine Aufmerksamkeit wieder den Energien des Menschen zuwenden. In Unserer Wohnstatt sind die Forschungen daraufhin ausgerichtet, den Menschen aus seiner Abhängigkeit von den Maschinen zu befreien. Bei diesem Prozess ist es notwendig, das Herz zu erziehen. Man muss der Stimme des Herzens aufmerksames Gehör schenken können. Diejenigen, die Uns des Egoismus bezichtigen, mögen sich der namenlosen Werke erinnern.

‹ § 21 · Inhaltsverzeichnis · § 23 ›