Bruderschaft II, § 16

Urusvati kennt drei Unserer Zustände in der Bruderschaft. Jeder von ihnen hat seine Eigenheiten. Den grobstofflichen Zustand darf man nicht als irdisch bezeichnen. Er ist derart verfeinert, dass man ihn kaum für gewöhnlich halten kann. Der feinstoffliche Zustand hat sich so sehr der irdischen Atmosphäre angepasst, dass er sich wesentlich von den üblichen Hüllen der Feinstofflichen Welt unterscheidet. Schließlich erweist sich der dritte Zustand, der sich zwischen dem grobstofflichen und dem feinstofflichen befindet, bereits als ein noch nicht alltägliches Phänomen. So sind alle drei Zustände dermaßen ungewöhnlich, dass sie eine vollkommen außerordentliche Atmosphäre schaffen, die für irdische Lungen und Herzen nicht leicht zu ertragen ist. Menschen müssen sich an diese Atmosphäre gewöhnen, sonst bekommen sie, im besten Fall, Herzklopfen. Dies ist keine Magie, sondern die natürliche Spannung der Atmosphäre in Unserer Wohnstatt. Jedes irdische Haus hat seine ihm eigene Atmosphäre. Es ist begreiflich, dass, je mehr die Arbeit sich entwickelt, auch die Atmosphäre desto gesättigter ist. In der Bruderschaft, wo jeder allergrößte Anspannung bekundet, wo es so viele mächtige Apparate gibt, wo so viele verschiedene Experimente gleichzeitig stattfinden, muss eine gesättigte Atmosphäre herrschen. Vergessen wir auch weder die Lagerstätten chemischer Substanzen noch die Heilpflanzen. Ihre Emanationen sind überaus stark. Den Aromen kann man ausweichen, doch bei den Ausstrahlungen ist dieses unmöglich. Wenn es möglich ist, räumliche Ideen zu senden, so muss am Ort ihrer Absendung auch große Harmonie herrschen. Ein Lama spricht vom Aufenthaltsort erhabener Rischis. Jeder beschreibt Schambhala auf seine eigene Weise. Die Erzählung über die Schätze ist richtig, da Schätze von unterschiedlicher Art sind. Die Legende von den über die ganze Welt verstreuten Kriegern entbehrt nicht der Grundlage. Es gibt viele Tore und Spiegel. Selbst die Legende von der Übergabe von Passierscheinen für Schambhala durch den Taschi Lama ist symbolisch. Das Auftreten gleichgestalteter Symbole in verschiedenen Teilen der Welt weist bereits darauf hin, wie sehr die Wahrheit sich verbreitete. Sogar das alte Mexiko wusste vom Heiligen Berg, wo auserwählte Menschen wohnen. Es ist nicht verwunderlich, dass alle Völker Asiens eine Erinnerung an die Heiligen Berge bewahren. Die Beschreibung des Ortes entspricht annähernd der Wirklichkeit, doch der Ungerufene wird ihn nicht erreichen. Die Mehrheit der Menschen trachtet danach, Uns zu finden. Es ist nur richtig, solche Reisenden zurückzuhalten. Vor allem ist es notwendig, Uns nicht geographisch, sondern im Geiste zu finden. Ihr wisst, was man von Uns erwartet. Nicht genug, dass man es erwartet, sondern sogar fordert. Dabei zerreißen die Klagen die letzten Fäden. Die Menschen kommen nicht auf den Gedanken, dass ihre Klagen die ohnedies gesättigte Atmosphäre zusätzlich anspannen. Natürlich schreiben sie Uns sogar Fehler nach ihrem eigenen Ermessen zu. So könnten Wir weder reden noch schreiben. Die Menschen verstehen nicht wie ungebührend diese Unrichtigkeit ist. Haltet diesen Hinweis nicht für Unzufriedenheit. Wir können es nur bedauern, wenn Wir sehen, dass die Energie nicht dem rechten Nutzen zugeführt wird. Statt zu klagen, ist es besser, miteinander zu sprechen. Ein herzliches Gespräch geht besser als alles andere in die Harmonie Unserer Gemeinschaft ein. Wenn Hilfe erwiesen werden kann, so wird sie nicht auf sich warten lassen; darin besteht die Schönheit des geistigen Schaffens. Klar erkennbar arbeiten Wir an der Hilfe für die Leidenden, doch die Tore darf man nicht mit Fäusten niederreißen. Es ist gesagt: ‘Das Reich Gottes wird im Sturm genommen’ – jedoch im Geiste. Auf diese Weise möge man an die Bruderschaft denken. Möge nicht vergessen werden, wo die wahren Tore sind.

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