Bruderschaft II, § 135

Urusvati weiß, dass der Gedanke an das Schöne zum Lehrer führt. Auch in Stunden höchster Verwirrung schaffen die Gedanken über das Schöne die beste Brücke zur Bruderschaft. Wie zu einer heilsamen Medizin kann man gerade dazu raten, das Denken auf etwas Schönes zu richten. Die Menschen begreifen nicht, welch mächtiges Mittel ihnen gegeben ist. Sie ziehen es vor zu klagen, gereizt zu sein und zu weinen, ohne zu verstehen, dass diese Wege nur die besten Leitungen unterbinden. Zum besseren Verständnis lässt sich ein Beispiel der Hüterin anführen. Auch in schwersten Minuten war sie zu Uns bestrebt. Diese Willenskraft schuf eine mächtige Schwingung. Niemand konnte sie dazu veranlassen, auch nur indirekt den Lehrer zu verurteilen. Selbst direktes Unglück konnte sie nicht dazu führen, die Bruderschaft zu vergessen. Sogar bei einem Schiffsuntergang hielt sie fest den Gedanken an die Bruderschaft aufrecht, und solch eine Entschlossenheit verstärkte die heilige Schwingung. Auch Urusvati weiß, dass der Gedanke oder ein Gespräch über Uns heilige Schwingungen herbeizieht. So kennen auch Wir die Macht hohen Denkens. Wir versammeln Uns, um gemeinsam über dasselbe Schöne nachzudenken. Dabei erlegen Wir einander nicht ein und dieselbe Vorstellung auf, sondern jeder wählt das Schönste, was ihm nahe ist. So ergibt sich eine Symphonie, die der Sphärenmusik nahekommt. Diese Akkorde klingen wie Siegesposaunen und fassen derart große Harmonie in sich, dass schon deren einfache Wahrnehmung das Herz zur Freude erhebt. Inmitten schwerster Kämpfe erinnert euch des Schönen. Wie ein Allheilmittel kann das Schöne das Herz des Arbeiters festigen. Haltet euch vor Augen, dass Ich nicht nur euch dazu rate, sondern dass Wir selbst in Unserer Wohnstatt diese Botschaft des Wohls anwenden. Jeder hat seine Gefahren und Sorgen, doch ist es eine Freude zu wissen, dass der Schutzschild ein gemeinsamer ist.

‹ § 134 · Inhaltsverzeichnis · § 136 ›