Bruderschaft I, § 64

Es muss verstanden werden, dass die Annäherung an solch einen erhabenen Begriff wie Bruderschaft keine leichte Verpflichtung auferlegt. Die Befreiung von der geringsten Gewohnheit erfordert Willensanspannung. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass eine scheinbar abgelegte Gewohnheit in einem noch stärkeren Grad wieder auftritt; d.h., dass dieses Laster in den Tiefen des Bewusstseins weiterbestand. Man könnte fragen, ob Gewohnheiten in mehreren Inkarnationen erhalten bleiben? Sie können bestehen bleiben und sogar wachsen, wenn es beim Aufenthalt in der Feinstofflichen Welt keinen Aufstieg in höhere Sphären gab. In allem ist der Beweggrund von entscheidender Bedeutung. Daher wird auch beim Übergang in die Feinstoffliche Welt das Motiv der Leiter sein. Nicht die scheinbare, sondern die im Herzen gefühlte gute Absicht wird herrlicher sein als alle gepriesenen Taten. Nur der Mensch selbst weiß, wie dieses oder jenes Gefühl in ihm entstanden ist. Er kann den Wachstumsprozess in seinem Innern verfolgen. Folglich ist der Mensch selbst sein bester Richter. Möge der Mensch daran denken, dass ihm sogar für das irdische Dasein ein unvoreingenommener Zeuge mitgegeben wurde, nämlich die ursächliche Energie.

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