Bruderschaft I, § 572

Kann man sich nicht vorstellen, wie mannigfaltig die geleistete Hilfe ist? Man sollte nicht denken, die Hilfsmittel beschränkten sich auf die Methoden von Wohlfahrtseinrichtungen. Die beste Hilfe stellt sich unerwartet ein, aber man muss sie annehmen. Es gibt viele Begegnungen, viele unbekannte Briefe; viele unerwartete Bücher werden wie zufällig zugesandt. Der forschende Geist wird bei diesen seltsamen Vorkommnissen Vergleiche ziehen, und hat er das Gefühl der Dankbarkeit nicht eingebüßt, wird er den unbekannten Führern Dankbarkeit erweisen. Ein verhärtetes Herz aber vergisst nicht nur die empfangene Hilfe, sondern spottet sogar über die ungebetenen Helfer. Die Bruderschaft prägt in erster Linie das schöne Gefühl der Dankbarkeit ein. Wer sich der Zusammenarbeit entzieht, fällt unvermeidlich in die Sklaverei. Es gibt verschiedene Aspekte der Knechtschaft, die erkannt werden sollten, andernfalls wird der gebrandmarkte Sklave sich einbilden, er sei frei und sehe sich gezwungen, seine Fesseln als Ehre zu betrachten. Es muss verstanden werden, dass es in der menschlichen Gesellschaft entweder freie Zusammenarbeit oder Sklaverei mit all ihren Aspekten geben kann. Bruderschaft bekundet höchste Zusammenarbeit.

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