Bruderschaft I, § 439

Die psychische Natur ist sowohl bei den Menschen als auch bei den Tieren individuell. Es ist unrichtig, sie einer Rasse oder Spezies zuzuschreiben. Bei einigen Völkern kann man eine Neigung zu psychischen Erscheinungen beobachten, aber diese Eigenschaft erklärt noch nicht die starken Erscheinungen bei einzelnen Individuen; ebenso ist es in der Tierwelt. Manche werden sagen, ob das nicht ein Beweis der Regellosigkeit irgendwelcher Gesetze sei? Durchaus nicht, im Gegenteil, es beweist nur das Vorhandensein von Gesetzen jenseits des irdischen Verständnisses. Es gibt viele Probleme, die jene irreführen, die nicht über irdische Ansichten hinaus denken können. Die Menschen haben sich daran gewöhnt, zufällige Grenzen der Völker als unwandelbar anzunehmen und dass ein ganzes Volk gleich denken müsse, dass Tierarten den gleichen Charakterzug haben müssten; im Leben nehmen wir aber eine große Verschiedenartigkeit wahr. Der Mensch wird weit glücklicher sein, wenn er den Gesetzesfaden der psychischen Natur entdeckt.

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