Bruderschaft I, § 426

In den Schulen muss ein Fach eingeführt werden – die Synthese der Wissenschaften. Damit werden die Studenten erkennen, dass viele Wissenszweige eng verbunden sind. Sie werden sehen, wie groß der Kreis der Wissenschaft ist! Sie werden begreifen, dass jeder Wissenschaftler eine ganze Reihe wissenschaftlicher Grenzgebiete berührt. Wenngleich er mit ihnen nicht voll vertraut sein kann, so muss er wenigstens ihre Aufgabe verstehen. Sobald die Studenten mit der Synthese vertraut sind, werden sie ihre eigene wissenschaftliche Tätigkeit bewusster wählen können. Vergessen wir nicht, dass diese Wahl bis heute mehr oder weniger dem Zufall überlassen blieb und oft auf unklaren Familienüberlieferungen fußte. Die Studenten befassten sich hilflos mit einzelnen Schulfächern, ohne genau zu wissen, warum gerade diese Fächer so notwendig sind. Beim Studium der Sprachen wurden die Vorteile der einzelnen für gewöhnlich nicht aufgezeigt. Deshalb ist sehr oft ein schlaffes Verhalten zum Lernen bemerkt worden. Das war keine Trägheit, sondern einfach Unverständnis für den Sinn und das Ziel des Faches. Sobald jedes wissenschaftliche Fach fesselnd eingeführt wird, wird die Synthese der Wissenschaften auch die kleinsten Bewusstseine zur Arbeit anregen. Man sollte nicht meinen, die Synthese könnte nur im reifen Alter angenommen werden. Wirklich, für Kinder ist es bei ihren frühen Studien besonders leicht, einen Weitblick zu erarbeiten. Natürlich muss diese Synthese fesselnd gestaltet werden.

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