Bruderschaft I, § 315

Es ist nicht leicht, eine Bruderschaft vollen Einklangs zu schaffen. Möge die Gruppe zahlenmäßig ruhig klein sein, jedoch ohne Gegensätze; für eine kleine Gruppe ist es leichter, sich zu versammeln oder zu trennen. Jede erzwungene Verbindung widerspricht dem Begriff Bruderschaft. Mögen es auch nur drei sein, sie werden in Einigkeit dennoch stärker sein als hundert Unentschlossene. Schwanken und Verwirrung schaden nicht nur den Menschen, sondern auch dem Kosmos. In alten Zeiten sind langwierige Prüfungen angeordnet worden, um einen Kern geistigen Einklangs zu bilden. Jedoch die Länge der Zeit löst das Problem der Auslese nicht. Ein übles Samenkorn kann Jahre hindurch verborgen bleiben. Das Herzensgefühl kann die Anzeichen am besten aufspüren. Die Menschen gehen mit einem höheren Begriff zu leichtfertig um, und nur wenige wissen, ihn in voller Liebe zu hüten. Diese Verehrung liegt nicht im Gebärdenspiel und in Artigkeiten, sondern in der unlösbaren herzlichen Verbundenheit. Diese Verbindung wird für manche Fesseln und Ketten bedeuten, für andere aber wird sie die Aufstiegsleiter sein. Die Unwissenden, solche mit trüben Herzen, sagen, diese Leiter sei nebelhaft, weil sie darauf nicht emporsteigen können. Umso notwendiger ist es, über die Bruderschaft aufzuklären, denn die Menschen werden bald die Mitarbeit suchen. Für diese Mitarbeit wird es jedweder Ermutigung bedürfen. Auf diese Weise wird sich in der ganzen Welt Achtung vor der Arbeit bekunden. Arbeit wird das Gegengift für das Gold sein. Jedoch man wird oft über die Schönheit der Arbeit sprechen müssen.

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