Bruderschaft I, § 258

Samenkörner können vom Wirbelwind verweht werden; sie können von Vögeln aufgepickt werden; sie können vom Regenschauer fortgespült werden; es gibt viele Ursachen und Wirkungen. Für den Menschen ist es besonders schwierig, das Schicksal seiner Saat nicht vorherbestimmen zu können. Aber deshalb sollte er die Früchte der Arbeit nicht willkürlich verteilen. Der Mensch muss sich das Ziel seiner Arbeit vor Augen halten, doch die Wege des Fortschritts und neue Hindernisse dürfen den Arbeiter nicht betrüben. Der irdischen Natur fällt es nicht leicht, sich mit dem Gedanken abzufinden, dass die Samenkörner an unvermuteten Stellen aufgehen können. Der Mensch möge nicht vergessen, dass das Samenkorn eine große Lebensfähigkeit besitzt. Daher lasst uns säen, ohne daran zu denken, wo der schöne Garten entstehen und sich ausweiten wird. Der Mensch wählt entsprechend seiner Denkart einen prächtigen Platz für seinen Garten, während sich der Boden in seiner Nähe als so fruchtbar erweisen könnte, dass sogar ein vom Wind verwehter Same gedeiht. Daher lasst uns säen, ohne an der Lebensfähigkeit der Samenkörner zu zweifeln. Die Grundlage der Bruderschaft ist Vertrauen in die Arbeit.

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