Bruderschaft I, § 231

Wegen Unzulänglichkeiten der Sprachen kam es viele Jahrhunderte hindurch zu fehlerhaften Auslegungen. Die Menschen haben sich an den Buchstaben, an Symbole, Bildnisse, Aufzeichnungen und Hieroglyphen gehalten, diese aber waren nur vorübergehende Hilfsmittel. Den Sinn dieser herkömmlichen Beifügungen konnten nur die Zeitgenossen verstehen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese wieder verwischt, und es bildeten sich neue Irrtümer. Die Menschheit kann nur mit Mühe die Mitteilungen ein Jahrtausend lang erhalten. Was soll man dann über Perioden von Zehntausenden von Jahren sagen, in denen die Sprache oftmals völlig umgewandelt wurde. Durch einzelne Themen, die bis in unsere Zeit reichen, lässt sich die von ihnen geschaffene Epoche nicht völlig erkennen. Epochen, die uns nur einen verworrenen Überblick ermöglichen, müssen daher mit besonderer Behutsamkeit studiert werden. Die Zeit naht, in der Hellsehen, wissenschaftlich studiert, verhelfen wird, die Bruchstücke verstreuter Gefäße alten Wissens zusammenzufügen. Die Fähigkeit, die verwischten Zeichen zu entziffern, möge die Auszeichnung eines wahren Gelehrten sein. Er wird auch den Sinngehalt begreifen.

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