Wissen wird sowohl durch Zusammenfassung als auch durch Unterteilung erlangt. Einige Gelehrte beginnen in den ersten Erkenntnisstufen, sich mit der ersteren Methode zu befassen, während andere die Grenze der letzteren nicht überschreiten können. Früher oder später müssen auch sie sich der Methode der Zusammenfassung zuwenden. Man muss diese Denkart lieben lernen. Sie enthält Schöpferkraft. Unterteilung ist ein Vorbereitungspfad mit gleichem Ziel. Es ist von Nutzen, den Unterschied dieser zwei Wege zu erkennen. Gewiss, derzeit gibt es viele fleißige Gelehrte, die mit dem zweiten ganz zufrieden sind. Aber er wird von geringer Hilfe sein, wenn mit jeder neuen Erkenntnis eine Synthese vieler Wissenszweige entsteht. Es bedarf großer Beweglichkeit des Geistes, um aus einem ganz unvorhergesehenen Wissensbereich Vergleiche und Bestätigung zu finden. Die Fähigkeit, zwingende Beweise zu verbinden, beweist schon eine hohe Bewusstseinsstufe. Infolge nutzloser Unterteilungen ist vieles verlorengegangen. Unter den einzelnen Wissenszweigen konnte sogar eine Art Feindschaft wahrgenommen werden. Sind aber die humanitären und die angewandten Wissenschaften nicht Zweige desselben Wahrheitsbaumes?