Bruderschaft I, § 197

Wahrhaftig, die Lehre des Lebens ist der Prüfstein. Niemand kann das Leben durchschreiten, ohne sein Wesen zu enthüllen. Manche freuen sich, andere sind erschreckt, manche sind unwillig. Auf diese Weise muss jeder das enthüllen, was sich in seinem Bewusstseinsinnern verbirgt. Seid nicht erstaunt, dass die Wirkungen der Lehre so verschieden und so treffend sind. Narada schlug ebenso verschiedene Funken auf dem menschlichen Bewusstsein. Kann jemand den Grundsatz von Gerechtigkeit und Moral nicht erfassen, möge er seine Untauglichkeit enthüllen. Kurz gesagt, es mögen so wenige Masken der Scheinheiligkeit verbleiben wie möglich. Möge sich Barbarei von selbst enthüllen, denn sie kann sich unter dem Kleide der Heuchelei nicht lange verbergen. Ebenso möge das jugendliche Herz triumphieren; es kann sich in freudevollem Aufstieg kundtun. Auf diese Weise möge auch der Maßstab der Lehre die Trennungslinie der Menschheit anzeigen. Böse und Gut müssen unterschieden werden, aber diese Unterscheidung ist nicht leicht zu treffen.

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