Bruderschaft I, § 144

Der Bauer bereitet und verbessert das Feld; er bestellt es zur günstigen Zeit und wartet geduldig auf das Sprießen und die Ernte. Er umzäunt das Feld, damit die Tiere die junge Saat nicht zertreten. Jeder Bauer kennt die Ursachen und Wirkungen. Die Menschen jedoch wollen in den gegenseitigen menschlichen Beziehungen weder Ursachen noch Wirkungen erkennen; sie sorgen sich nicht um die Sprösslinge und wollen, dass sich alles nach ihrem Belieben vollzieht. Die Menschen bezweifeln, ungeachtet aller Beispiele, das kosmische Gesetz. Sie säen ganz gern die Ursachen, bedenken jedoch nicht, dass nur Unkraut die Ernte sein könnte. In den Schulen sollten Gespräche über Ursachen und Wirkungen geführt werden. Der Lehrer möge eine Ursache unterbreiten, worauf die Schüler über die Wirkungen nachdenken. Auch bei diesen Gesprächen werden sich die Fähigkeiten der Studenten entfalten. Man kann sich von einer Ursache viele Wirkungen vorstellen. Nur ein erweitertes Bewusstsein wird begreifen, welche Wirkungen durch Begleitumstände ausgelöst werden. Man sollte sich nicht damit trösten, dass sogar ein einfacher Bauer eine Ernte errechnen kann. Die Erscheinung kosmischer Ströme und gedanklichen Ringens ist weit schwieriger. Die Jugend möge von klein auf an schwierige Wirkungen und an die Abhängigkeit von räumlichen Gedanken gewöhnt werden. Man sollte nicht meinen, das Denken der Kinder müsste begrenzt werden.

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