Bruderschaft I, § 105

In antiken Abhandlungen kann man auf den Ausdruck ‘verkrüppelte Seelen’ stoßen. Es wird erklärt, dass man sich die Verkrüppelung selbst zuzieht. Sobald sich der Mensch einbildet, es gäbe für ihn keinen Weg mehr, der ihn weiterführt, fesselt er seine ursächliche Energie. In diesen Fesseln kann es keinen Fortschritt geben. Mit der Aufgabe seines Weges nimmt der Mensch eine schwere Verantwortung auf sich. Das kann nicht mit Verzweiflung gerechtfertigt werden, denn dieses düstere Gespenst wird natürlich durch den eigenen schwachen Willen geboren. Dieses in den Geist eingedrungene Gespenst nagt tatsächlich an der Gesundheit. Das Gespenst hat mit der Wirklichkeit nichts gemein. Verfolgten die Menschen die wahren Gründe ihrer Verzweiflung, sie würden von deren Nichtigkeit sehr überrascht sein. Wäre den Menschen der Begriff Bruderschaft vertrauter, könnten viele dieser grundlosen Verzweiflungen zerstreut werden. Jedoch die Menschen hemmen eher ihren Fortschritt, als über die heilsamen Grundlagen nachzudenken. Die Schreiber der antiken Abhandlungen über ‘verkrüppelte Seelen’ hatten guten Grund, diesen Ausdruck zu verwenden.

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