Agni Yoga, § 669

Wie also, o Herrscher, Deine Lehre verbreiten? Wie also, o Herrscher, jene finden, denen es bestimmt ist, Dein Wort zu erfüllen? Und der Herrscher gebot ermahnend: ‘Ein Einsiedler bemühte sich, jenen zu finden, dem er die OFFENBARUNG anvertrauen könnte. Und er nahm die Schriftenrolle und legte sie an die Wegkreuzung: Möge der Höhere Selbst bestimmen, wer Seine GEBOTE finden soll.’ Und ein kleines Mädchen kam und wickelte sein Brot in die Schriftenrolle. Doch der Einsiedler fertigte eine weitere Rolle an und legte sie wieder an die Wegkreuzung. Und ein Kaufmann ging vorbei und beschrieb die Rolle mit den Zahlen seines Einkommens. Doch der Einsiedler wurde nicht müde und legte eine weitere Rolle aus; und so fort bis zum Ende seines Schaffens und seiner Tage. Doch als der Höhere ihn fragte, wie er die Lehre verbreitete, antwortete er: ‘Er steht mir nicht zu, zu beurteilen, welcher Vogel durch diese Gebote das beste Nest bauen wird.’ So wissen wir nie, wer die Rolle zur Qual übermitteln wird, wer zur Vergessenheit, und wer sie unter sein Kissen legen wird, um damit seine eigene Grundlage zu festigen. ‘Ich denke nicht, dass du falsch gehandelt hast, indem du deine Arbeit zum Nutzen für dir Unbekannte weitergabst.’ So bestätigte der Herrscher die Verbreitung der Lehre: unpersönlich, ohne Ungeduld, ohne Gereiztheit, ohne Erwartung. So gebet auch ihr, ohne Vorurteil, an wen ihr gebet, ohne ein alltägliches Urteil zu fällen. Trage, o Vogel, die Lehre; und lasse sie in deinem Flug in den Herd jener fallen, die in Erwartung leben, sie zu erhalten. Traget die Lehre zur Wegkreuzung!

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