Agni Yoga, § 627

Oftmals kennen wir ein Wort und können es nicht aussprechen. Der Begriff kreist in der Tiefe und gelangt nicht an die Oberfläche. In diesem Moment verspürt man am besten die Tiefe des Bewusstseins. Nicht die Gehirnwindungen, sondern eine andere Schatzkammer speichert die Gedächtnisvorräte – dies ist natürlich der Kelch. Man kann an Beobachtungen erinnern, wobei der Kelch physisch verletzt wurde, sofort brach der Zustrom der Erinnerungen ab. Bei Verletzungen des Gehirns hingegen zog augenblicklich das ganze vergangene Leben vorbei, als ob es aus der Tiefe auftauchte. So erkennt man durch Erweiterung des Bewusstseins die Zusammenarbeit der Zentren. Man wird erkennen, was man aus den Kanälen des Gehirns erhalten kann und was aus der Tiefe des KELCHES geschöpft wird. Unsagbare Schätze werden im Kelch gespeichert. Der Kelch bleibt für sämtliche Inkarnationen derselbe. Die Eigenschaften des Gehirns unterliegen der körperlichen Vererbung, aber die Eigenschaften des KELCHES bilden sich durch eigene Anstrengungen. ‘Im Kelch ruht das geflügelte Kind’ – so erinnert die Weisheit des Altertums an den Ursprung des Bewusstseins.

‹ § 626 · Inhaltsverzeichnis · § 628 ›