Agni Yoga, § 615

Warum muss die Lehre den Weg der Aufspeicherung beschreiten? Kann sie nicht wie eine Dosis Medizin verabreicht werden? Der Magen hat jedoch ein begrenztes Ausmaß, während dem Bewusstsein keine konstanten Größen zukommen. Wahrlich, es kann Zweibeiner geben, die nahezu über kein Bewusstsein verfügen. Es kann Menschen geben, die sich durch ausschweifende Leidenschaften des Bewusstseins beraubten. Es kann durch Karma getrübte Bewusstseine geben. Es kann durch zeitgenössische Herkömmlichkeiten getrübte Bewusstseine geben. Bewusstseine bedürfen gleich den Blumen im Treibhaus der Pflege. Daher kann Gefühlswissen die Grundlage des Bewusstseins auf sich nehmen. Doch die Verfeinerung des Bewusstseins geht so langsam vor sich wie das Schleifen eines Kristalls. Nicht durch Selbstbeurteilung, sondern durch den Wert der Tat wird die Erweiterung des Bewusstseins erkannt. Die Lehre wird gesandt, so wie die Steine eines Turmes zusammengefügt werden. Schüttet man die Steine alle auf einmal aus, entsteht kein Turm, sondern ein Haufen.

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