In den Mysterien Ägyptens wurde eine Zeremonie vollzogen, die man ‘Das Schärfen des Schwertes’ nannte. Der Neophyt wurde in tiefe Finsternis geführt. Dort trat der Große Hierophant auf ihn zu, der ihm einige der Mysterien enthüllte, und Licht beleuchtete den Hierophanten. Daraufhin versank alles wieder in Finsternis. Es näherte sich der Priester, ‘Versucher’ genannt. Aus der Finsternis fragte seine Stimme: ‘Bruder, was hast du gesehen und gehört?’ Der Geprüfte antwortete: ‘Ich wurde durch die Anwesenheit des Großen Hierophanten geehrt.’ ‘Bruder, bist du überzeugt, dass dies der Große Hierophant Selbst war?’ ‘Meine Augen haben gesehen, und meine Ohren haben gehört.’ ‘Doch das Bild könnte trügerisch und die Stimme unecht gewesen sein.’ Daraufhin war der Prüfling entweder verwirrt und wurde abgewiesen, oder er war mit Standhaftigkeit erfüllt und sprach: ‘Die Augen und Ohren kann man täuschen, aber nichts kann das Herz irreführen. Ich sehe mit dem Herzen und höre mit dem Herzen, und nichts Unreines wird das Herz berühren. Geschärft ist das mir anvertraute Schwert.’ Dann trat abermals der Große Hierophant heran, wies auf einen mit einem roten Trank gefüllten Kelch und sagte: ‘Empfange deinen Kelch und trinke daraus; leere ihn, um das Geheimnis auf dem Grunde zu schauen.’ Auf dem Grunde war ein Bildnis eines auf dem Rücken liegenden Menschen, eingeschlossen in den Kreis einer Schlange, mit der Inschrift: ‘Du selbst bist der All-Gebende und All-Empfangende. ‘ So lautet die eine Lehre zu allen Zeiten, doch die Finsternis der Unwissenheit lässt einen ihren Sinn vergessen.