Agni Yoga, § 457

Bei Kindern kann man oft seltsame und verstohlene Blicke bemerken, als ob sie etwas Unerklärliches sähen. Im Übrigen sprechen sie manchmal von Feuer, Sternen oder Funken. Erzieher fassen dies natürlich als Krankheit oder Unsinn auf, doch gerade auf solche Kinder muss man die Aufmerksamkeit richten. Kleinkinder nehmen bekanntlich leicht Astralgestalten wahr; die besonders feinfühligen sehen die räumlichen Feuer. Solche Kinder sollten von frühester Kindheit an sorgfältig beobachtet werden. Seid überzeugt, dass in ihnen die Möglichkeiten des Agni Yoga sind; in reiner Umgebung untergebracht, werden sie musterhafte Möglichkeiten bieten. Vor allem sollte man sie weder behindern noch erschrecken. Wir haben oft genug über die Notwendigkeit des Agni Yoga gesprochen, und die feinfühligen Organismen sollten sicherlich nicht für die Zuschauer vorbereitet werden, sondern für das Leben, als die Seher des vorbestimmten Pfades. Für die Mutter sind diese Beobachtungen nicht schwierig, sie muss nur wissen, was und warum sie beobachtet. Ich spreche nicht von schädlicher Verzärtelung ohne richtiges Urteil. Der Beobachter wägt unauffällig diese Fähigkeiten ab, scheinbar zufällig hinterlässt er Zeichen der Führung. Man wird bemerken, wie freudig sich die Augen eines Kindes weiten, wenn seine Bewegungen und Ausrufe über das Verborgene verständnisvoll unterstützt werden. Spott ist der schlechteste Erzieher. Feinfühligkeit ist eine Stufe der Kultur. Agni Yogis kann man nicht schaffen, sondern ihnen lediglich den Pfad weisen, weil die kosmische Erscheinung keinen Zwang duldet. Wo aber die Blüte des Feuers bereit ist, sich zu entfalten, hindert sie nicht.

‹ § 456 · Inhaltsverzeichnis · § 458 ›