Agni Yoga, § 391

Kürzlich sandte Ich euch eine tibetanische Münze, die in der Mitte des Tisches unter ein Notizbuch gelegt wurde, damit sie leichter gefunden wird. Doch niemand hob das Buch auf. Am Morgen legte das Mädchen die Münze auf eine sichtbare Stelle, doch erst am Abend wurde sie, durch einen anderen Hinweis, entdeckt. So verhält es sich oft mit den Wirkungen des Karmas. Die Möglichkeit wird geboten, doch sie muss ergriffen werden. Jedoch wegen der vielen vor uns liegenden Dinge bleibt das Geschenk unbeachtet. Die Wirkungen des Karma sind von zweierlei Art: Entweder sind sie mit einer Frist verbunden oder sie werden zu einer Person hingezogen. Manchmal kann sich befristetes Karma in persönliches wandeln. Doch in keinem Fall sollte man je den Lehrer tadeln. Wie kann man die Gesamtheit aller umgebenden Umstände kennen! Zum Beispiel vermag man bei beiden Arten von Karma Zukunftsbilder vorauszusehen, doch wenn äußere Umstände das Karma überdecken, so bedeutet es nicht, dass etwas, was im Raum bereits geboren wurde, sich auflöst. Es vermag neue Formen anzunehmen, ohne vernichtet zu werden. Auch hier kann eine gut ausgebildete psychische Energie helfen, das festgesetzte Karma bei der Person zurückzuhalten.

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