Agni Yoga, § 259

Yoga wird viele Begriffe beleuchten. Kann man wunschlos sein, wenn selbst der Geist dem Wunsch entsprechend inkarniert? Wünsche sind wie Funken der Bewegung. Was bedeutet es dann, dass sich ein Yogi von Wünschen befreite? Wir wollen der genauen Bedeutung der Worte nachgehen: Ein Yogi ist von der Möglichkeit, Wünsche zu empfinden, nicht befreit, wohl aber von deren Joch. Weil er kein Sklave des Wunsches ist, fühlt er sich frei. Auf dem Pfad der Zweckmäßigkeit gibt ein Yogi im Namen des Wesentlichsten eindeutig Wünsche auf. Diese Gewandtheit im Verändern bildet die Freiheit eines Yogis. Nichts vermag seinen Fortschritt zu hindern. Es sind gerade die trägen, totgeborenen Wünsche, die für die Menschheit zu Ketten der Knechtschaft werden. Niemand erlöst den sich allein in unlösbare Fesseln gelegten Menschen. Entweder Unvorsichtigkeit oder ein fremdes Karma bringen die Seuche von Wünschen, und ein Mensch verliert, anstatt vorwärtszuschreiten, jegliche Beweglichkeit. Beachtet jene, die an der Klagemauer stehen. Was hielt sie von ihrem Weg ab? Welche Kräfte lenkten sie ab von der Betrachtung und vom Verstehen der Welt? Der kleinste, fast unwahrnehmbare Wunsch belastete sie und verschloss ihnen die Augen. Wie eintönig wurde ihre Welt! Wie ein Parasit saugte der Wunsch ihre Energie ab. Wunsch ist ein Wurm und Ketten. Wunsch sind Funken und Schwingen. Der Befreite schwingt sich auf zur Erkenntnis. Der Versklavte klagt in Verzweiflung.

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