Agni Yoga, § 192

Ein Yogi ist laufend Prüfungen durch seinen Lehrer ausgesetzt. Gleicherweise prüft ein Yogi genau jene, die sich ihm nähern. Erläutert den Sinn der Prüfungen von Kälte und Hunger sowie aller anderen Maßnahmen. Ein unwissender Mensch wird darüber verblüfft sein, dass man die Gefühle von Kälte und Hunger überwinden kann. Aber wer das Wesen der Dinge versteht, weiß, dass die Gefühle nicht schwinden, sondern das der Yogi einen Geisteszustand erlangt, in dem ihn nichts beunruhigen kann. Ein Hungriger wird Mittel zur Sättigung finden, wenn sein Geist nicht einem tierischen Zustand verfallen ist. Wer friert, kann sich wärmen, sofern sein Geist versteht, warum er sich stärken muss. Sonst verbleibt nur tierische Gereiztheit, die Trübung des Bewusstseins und Niedergang. Es ist richtig, hinzuzufügen, dass Beweglichkeit das beste Mittel ist, den Fallen des Lebens zu entrinnen. Ein Yogi wägt augenblicklich den Wert der Zweckmäßigkeit. Wird er vor die Wahl gestellt, entweder ein Stück Fleisch zu essen oder seine Yogakenntnisse preiszugeben, so wird er natürlich eher Fleisch essen, als sein Geheimnis zu verraten. Die Wirkung des Fleisches kann leicht zunichte gemacht werden, doch die Folge der Preisgabe des Geheimnisses in verräterische Hände ist nicht wieder gutzumachen. Und manchmal erscheint es notwendig, einen vernichtenden Strahl zu gebrauchen, was aber nur selten zulässig ist. Ich möchte euch auch an die Wichtigkeit schöpferischen Schaffens für Agni Yoga erinnern. Ihr wurdet gebeten, zwei musikalische Kompositionen in gegenüberstellender Auslegung zu analysieren, und der Geist begriff, worin der Unterschied der Wirkung bestand. So wird das Bewusstsein durch Berührung mit der Wahrheit erhoben. Eine weitere Abstraktion wird für uns Wirklichkeit. Und wie herrlich ist die Erkenntnis ständiger Bewährung; in ihr liegt Bewegung. Kann sich ein Yogi des Feuers der Trägheit hingeben? Das sage Ich nicht zum Anhören, sondern zur Befolgung!

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