Agni Yoga, § 142

Lasst uns ein Beispiel aus der Tierwelt anführen. Wenn die von einem Blut genährten Organismen sich trennen, erweckt dieser Prozess immer ein Gefühl der Unvollkommenheit. Der Wurf winziger blinder Neugeborener wendet sich so unbewusst an die Kräfte der Natur, dass nur Mitleid von ihnen Notiz nimmt. Aber die Zeit vergeht, und sie werden ein kraftvolles Rudel. Freilich kämpfen sie gegeneinander, aber den Feind greifen sie vereint an. Trotz anfänglicher Nichtigkeit ist eine neue Kraft geschaffen worden. Nehmen wir das Beispiel eines Aufbaues. Um ein neues Haus zu errichten, wird das alte Gebäude abgerissen. Jeder aus dem alten Nest entfernte Stein, jeder Balken schreit auf gegen die Ungerechtigkeit dieser Tat. Aber die Zerlegung erfolgte, und neue Energie flackerte auf. Kali, die Zerstörerin, ist Mutter, Schöpferin geworden. Aus den Bruchstücken wird ein neuer Bau errichtet. Neue Energie überflutet den Raum. An Hand solch einfacher Beispiele sollte man daran denken, dass Energieerneuerung notwendig ist. Wird Uns von einer Form berichtet, die für ein Jahrtausend unverändert bestehen bleibt, werden Wir vornehmlich die Unbeweglichkeit der Energiespirale, die eine solche Erfindung umgibt, bedauern. Deshalb wird große Tat stets Unsere Freude sein. Wir nennen Zerstörung Schöpfung, wenn ihr das Bewusstsein der Zukunft zugrunde liegt. Das Schaffen eines Energiestromes stellt den Anfang des Verstehens kosmischer Ereignisse dar. Darum denkt an Bewegung in Gedanken und in Taten. Alle haben vom Kommen der Neuen Ära gehört. Kann das neue durch Untätigkeit eintreten? Man mag lieber einen neugeborenen blinden Hund begrüßen als einen alten nachsprechenden Papagei. Vergleicht die Ströme der der Menschheit gegebenen Lehren des Lebens. Jede erschließt – ohne die vorhergehende anzugreifen – neue Tore des Wissens. Die Lebenstätigkeit ist jeder gegebenen Lehre eingeprägt. Daher sollten die Lehren nicht studiert werden, um sie kennenzulernen, sondern um sie im Leben anzuwenden. Nur auf diese Weise vermöget ihr den Energiestrom zu erzeugen.

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