Das Buch von Thomas á Kempis ‘Die Nachfolge Christi‘ wurde seit langem im Osten gewürdigt, nicht nur der Tugend seines Inhalts, sondern auch der Bedeutung seines Titels wegen. Inmitten der mittelalterlichen Vergötterung Christi erhob sich die Stimme des Thomas á Kempis zum Einspruch. Hinter den Mauern eines katholischen Klosters erklang eine Stimme, das Bildnis des Großen Lehrers zu beleuchten. Das wahre Wort ‘Nachfolge‘ bezeichnet eine lebendige Tat. Der Formel ‘Nachfolge Christi’ haftet eine dem bewussten Geist eigene Heldentat der Kühnheit an, die die ganze Verantwortung der Schöpfung auf sich nimmt. Wahrlich, der bewusste Schüler wagt es, sich dem Lehrer in der Nachfolge zu nähern. Solch ein Beispiel brachte Licht in die modrige Finsternis und verlieh hinter den Mauern der Abgeschiedenheit den Anstoß zum Streben nach schöpferischer Kühnheit. In Einklang mit dem unterwürfigen Bewusstsein des Mittelalters wäre es passend gewesen, zu sagen: ‘Die Verehrung Christi.‘ Doch der aufsteigende Geist wagte es, zur Nachfolge aufzurufen. Jeder Schritt der gesegneten Kühnheit muss wie ein Meilenstein im Fortschritt der Menschheit gehegt werden. Klösterlichen Aussprüchen aller Art schenken Wir keine Beachtung. Thomas brauchte nicht auf den Scheiterhaufen zu steigen. Seine Aufgabe war es, nicht die verbietende, sondern die wachrufende Formel zu verkünden. Es gibt zwei Formen von Wahrheit. Die eine ist durch die Flamme des Scheiterhaufens zu nähren, die andere erfordert uneingeschränkte Verbreitung. Es ist schwer festzustellen, welche Methode für ihren Stifter die schmerzlichere ist. Manchmal ist es leichter, die Wirkung des Scheiterhaufens zu anästhesieren, als Zeuge der Entstellung der verbreiteten Lehre zu sein. In jedem Fall sei der Mut gesegnet, welcher die Dunkelheit durchdringt! Christus ist mit der russischen Kirche weniger glücklich. Lobpreisung und Anbetung haben Ihn vom Volk entfernt. Seid euch dieses Großen Lehrers bewusst!