Agni Yoga, § 126

Das Missgeschick der Menschheit ergibt sich aus dem Unvermögen, die Fäden des Guten und jene des Bösen zu erkennen. Der Mensch wendet die Zeichen vor allem auf seine eigene Zukunft an. Er denkt vornehmlich über sein Ich nach und begrenzt die Welt mit sich. Kann man mit einem solchen Maß wahre Vorstellungen erlangen? Die hauptsächlichen und abscheulichsten Folgen solcher Begrenzung sind, dass viel Glaubwürdiges und Nützliches Seite an Seite mit dem Schädlichen gestellt wird. Zahllos sind die Beispiele, wo ein für die Zukunft gegebener Hinweis für die nächste Stunde angewendet wird und dadurch seine nützliche Bestimmung verliert. Manchmal kann eine einfache Formel das Schicksal ganzer Nationen umfassen. Aber der Mensch will persönlich an sich reißen, was für ein ganzes Kollektiv bestimmt ist, und die bereite Formel zerbröckelt wie ein Bildwerk unter einer rohen Hand. Diese Rohheit individueller Begrenzung ist das schädlichste Zersetzungselement wertvoller Gelegenheiten. Die Lichtfäden der fernen Welten benutzt man für häusliche Flickarbeiten, wogegen die wechselseitigen Fakten der Weltprobleme selten kombiniert werden. Darum nähert euch mit Beben und alles erfassend den Weltaufgaben. Fühlt das Erbeben der Erde durch die Spalten der Kataklysmen. Aber gerade durch jene Felsklippen ersteigt die Sphäre des Weltverstehens. Wehe dem, der die Samen der Welt im eigenen Garten verstreut! Doch Freude dem, der ein Saatkorn des Verstehens für das Allgemeinwohl beisteuerte! So lautet das Gebot für jene, die an die Weltaufgaben herangehen.

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