AUM, § 504

Alle nützlichen Eigenschaften müssen erprobt werden. Es genügt nicht, sich Mut, Duldsamkeit, Ergebenheit und all das, was den Panzer der Heldentat ausmacht, einzubilden. Wer die Furchtlosigkeit nicht in Wirklichkeit erprobt, der ist kein geeigneter Führer. Jeder kann sich tapfer wähnen, aber die Tat beweist oft das Gegenteil. Man muss sich großem Schrecken gegenübersehen, um zu prüfen, ob sich nicht Furcht einschleicht. Wenn Ich euch sage, dass Wachstum Hindernisse bedingt, so denke Ich eben an diese Bewährungsproben. Man sollte sich an die Tatsache gewöhnen, dass jede Weisung das nächste, notwendige Wissen beinhaltet. So haben Wir oft eingebildete Helden gesehen, wie die, die duldsam sein wollten, durch die erste Misshelligkeit heftig gereizt wurden. Wir haben auch angeblich ergebene Menschen gekannt, die beim ersten Angriff die Flucht ergriffen. Wir könnten viele Fälle nennen, in denen die eingebildeten Eigenschaften fehlten. Wir kennen aber auch viele Heldentaten, bei denen Menschen physisches Missgeschick bewusst überwunden haben und aus ihren Unzulänglichkeiten die schönste Zierde entwickelten. Diese Willensbeherrschung ist an sich eine Heldentat.

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