AUM, § 501

Die Menschen sprechen von einem besonderen synthetischen Charakter, diese Selbstrechtfertigung ist jedoch unrichtig. Es gibt keine angeborene Synthese ohne unablässige Ausbildung der psychischen Energie. Ebenso bestehen sie darauf, dass die Naturwissenschaften die Entwicklung zur Zusammengehörigkeit behindern, doch jeder kennt große Physiker, Astronomen, Chemiker und Techniker, die in erster Linie ausgesprochen synthetische Geister waren. Wir wollen sie nicht aufzählen, doch es kann gesagt werden, dass eine erhabene Wissenschaft große Geister hervorbringt. Die Grundlage jeder Synthese bilden Scharfsinn, Unermüdlichkeit und Hingabe. Es ist verständlich, dass ein Mensch mit guter Beobachtungsfähigkeit um sich herum viel Zusammengehöriges sieht und begreift, wieviel anziehender diese breiten Pfade sind. Synthese gründet vor allem auf Überzeugungs- und Anziehungskraft. Synthese erfasst das Wesen so sehr, dass ein synthetischer Geist jeder Verneinung fernsteht. Man darf die besondere Gabe der Synthese nicht irgendwelchen glücklichen Einzelnen zuschreiben. Diese wertvolle Eigenschaft muss man mühevoll in sich entwickeln.

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