AUM, § 494

Sinnbild des Lebens ist der Fluss oder der dahineilende Strom, aber niemals der See oder der Brunnen. Leben setzt Bewegung voraus. Von allem und in allem ist Bewegung die Daseinsgrundlage. Man muss die Bewegung allmählich liebgewinnen, nicht so sehr die äußere als die innere. Die Menschen bemerken die Bewegung der Himmelskörper nicht, trotz ihrer Schnelligkeit. Die Erde erscheint dem Auge ihres Bewohners bewegungslos. Auch innere Bewegung ist für die irdische Sicht unwahrnehmbar, aber das menschliche Wesen muss die unaufhörliche Bewegung erkennen; nur durch sie kann das Herz schlagen. Man sollte sich nicht bewegungslos wähnen, wenn der Planet ein Beispiel unaufhörlichen Umlaufes liefert; er besteht durch diese Bewegung. Daher kann der Mensch nicht in Unbeweglichkeit verharren. Jedoch das Bewusstsein gibt uns ein, dass Hast bloß vorgetäuschte Bewegung ist. Wir gelangen wieder zum Pfad des Rhythmus und der Harmonie. Hast ist Missklang, sie kann nur aufreizen und Aufspeicherungen zerstreuen. Nur ein erweitertes Bewusstsein erkennt die Grenzlinie zwischen Streben und Hasten. Im allgemeinen wird es von sehr vielen gar nicht begriffen, warum diese Unterteilung hier erfolgt, denn sie haben sicherlich die Sphärenmusik noch nicht vernommen und kennen daher die Bedeutung des Rhythmus nicht.

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