AUM, § 351

Das Üben mit psychischer Energie ist nützlich: jede Erprobung enthüllt eine neue Eigenschaft. Daran muss man besonders denken: denn Ich sprach vor kurzem davon, dass man vom Druck der Energie ermüden kann. Von einer möglichen Ermüdung sollte man aber nicht ableiten, dass Experimente unerwünscht wären. Man kann die Energie erproben, ohne sich zu schwächen. Sie bedarf, wie alles Seiende, der Übung. Durch vernünftige Übung wird die Müdigkeit verringert. Jede Energie muss in Tätigkeit erprobt werden. Sogar die Muskeln müssen erprobt werden; auf diese Weise können die Menschen ständig in ihnen schlummernde Kräfte wecken. Dieses Erwecken sollte als Pflicht des Menschen gegenüber den Höheren Welten verstanden werden. Es gibt viele Gründe, warum sich Energien in einem schlummernden Zustand befinden können. Man könnte diese aufzählen, beginnend mit den karmischen Folgen. Aber meistens schläft das Bewusstsein des Menschen infolge von Trägheit. Diese Eigenschaft wird das Federbett des Übels genannt. Wenn der Schleier der Trägheit den Blick erschwert, können die besten Möglichkeiten nicht verwirklicht werden. Wenn Körper und Geist aus Faulheit dahinsiechen, ist es unnütz, eine Rechtfertigung zu suchen. Wie es heißt, ist die Trägheit schlimmer als Irrtümer.

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