AUM, § 246

Um einen bestimmten verehrten Lehrer scharten sich viele Schüler. Sie machten in ihren Studien gute Fortschritte, bis sie das Gerücht erreichte, dass in einer fernen Stadt ein anderer Lehrer aufgetreten sei. Diese Nachricht ließ unter den Schülern allmählich Zweifel und eine geteilte Meinung aufkommen; sie schwächte ihre Aufmerksamkeit und behinderte ihren Fortschritt. Eines Tages sagte der Lehrer: ‘Ich gehe in die Berge, stärkt euch in der Zwischenzeit in der Aneignung der Lehre.’ Der Lehrer verabschiedete sich, und nach kurzer Zeit wurden die Schüler unerwartet von einem neuen Lehrer besucht, worüber sie sich sehr freuten. Schließlich erklärte einer der Schüler, indem er hoffte, den neuen Lehrer zu erfreuen: ‘Deine Lehre ist weit vortrefflicher und verständlicher als die frühere!’ Dann legte der neue Lehrer den Turban und seinen Mantel ab, veränderte seinen Gesichtsausdruck, und die Schüler erkannten ihren früheren Lehrer. Sie waren sehr beschämt und flüsterten: ‘Warum änderst Du Deine Erscheinung?’ Der Lehrer sagte zu ihnen: ‘Ihr wolltet einen neuen Lehrer und eine höhere Lehre, so verhalf ich euch dazu.’ So wird auch in alten Märchen auf die allen Zeiten eigenen menschlichen Eigenschaften hingewiesen.

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