AUM, § 204

Derjenige, der die Sphärenmusik zu vernehmen vermag, hört auch das Wehklagen des Raumes. Betrachtet das Wehklagen nicht als abstraktes Symbol, es kommt sowohl aus der Feinstofflichen Welt als auch von der Erde. Möge die Menschheit auch schlafen, ihr Herz aber kann wehklagen und stöhnen. Im täglichen Leben schlafen viele Herzen, doch wenn sich der Verstand nicht einschaltet und das Bewusstsein erwacht, steht das Herz vor der Wirklichkeit. Nicht ohne Grund heißt es, dass die Menschen am Tage schlafen, des Nachts aber wachen. Nach der Stärke des Wehklagens lässt sich das Erwachen des Bewusstseins der Menschheit einschätzen. Es klagt, wenn Wirklichkeit enthüllt wird. Es heißt auch, dass der Basar der Schleier der Wirklichkeit sei. Im Staub des geschäftigen Basars verstummt das Herz. Man muss sich der Höheren Welt voll bewusst werden, um unter ihren Zeichen den Schmutz der Straße durchschreiten zu können. Man sollte bei dem schrecklichen Wehklagen aus dem Raum nicht verzweifeln. Es bringt die Verwirrung der Welt zum Ausdruck, aber ihr wisst, wie unergründlich diese Verwirrung ist. Wer sie erkennt, ist nicht bestürzt. Wessen Bewusstsein an die Höhere Welt angeschlossen ist, der ist standhaft und unbezwingbar; sein Geist erlangte die unzerstörbare und in die Unbegrenztheit reichende Freiheit. Man sollte nicht nur bereit sein, die herrliche Sphärenmusik zu hören, sondern auch den Aufschrei tierischen Entsetzens. Es ist unstatthaft, nur eine Seite des Daseins zu kennen. Nur das Erkennen des gesamten Universums wird den Sieg bestätigen. Die Unwissenden fürchten jede Finsternis, für den Wissenden jedoch ist sogar Finsternis nur der kontrastreiche Hintergrund für das Licht. Wer die Welt des Lichts kennt, fürchtet Finsternis nicht. Daher muss man die wunderbare Sphärenmusik schätzen und verstehen, dass auf dieser Stufe auch die Klagen der Welt vernommen werden.

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