AUM, § 195

Solange nur eine von zwei Personen redet, treten wenig Schwierigkeiten auf, aber eine größere Versammlung ist schon voller Schwierigkeiten; wahrhaftig, der Mensch kann durch einen einzigen Gedanken die Einheit einer Versammlung stören. Es wurden Versuche angestellt, die Bewusstseine der Menschen durch Räuchern mit Weihrauch und verschiedenen Harzsubstanzen zu vereinen, aber auch solche Maßnahmen vermochten bei den Versammlungen keine erhabene Geistesverfassung herbeizuführen. Der Herzenstempel kann nicht durch Zwang erbaut werden. Verschiedene Zeitalter und Glaubensformen vermochten es nicht, die Menschen in einem erhabenen Entzücken zu vereinen. Doch man kann sich eine Menschengruppe vorstellen, die sich ohne Zwang versammelt; diese Menschen können den zur Höheren Welt führenden Gedanken allmählich begreifen. Man kann sich freuen, wenn sich Menschen im Namen des Guten versammeln und sich entschließen, dieses heilsame Gute auf alle Pfade zu tragen. Ich bestätige, dass man viele nützliche Taten vollbringen kann, wenn die Energie nicht für müßige Wortgefechte und Streitgespräche vergeudet wird. Wie kann es eine höhere Vereinigung geben, wenn Hirn und Herz sich einer roten Flamme zuwenden? Nicht einmal der Kampf für die Höhere Welt wird eine karminrote Flamme entzünden. Das Licht des Mutes mag rubinrot leuchten, jedoch jede Reizbarkeit ist schon eine Schwächung.

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